Die '''Demografie Grönlands''' betrachtet den heutigen Aufbau und historischen Wandel der [[Demografie|demografischen]] Strukturen von [[Grönland]] in Bezug auf beispielsweise [[Bevölkerungszahl]], [[Altersverteilung]], [[Siedlungsgeografie]], [[Migration]] und [[Ethnizität]].

Das Land ist Teil des [[Königreich Dänemark|Königreichs Dänemark]] und als solches demografisch stark von der kolonialen Vorgeschichte geprägt. Die ursprünglich nur aus wenigen Tausend [[Inuit]] bestehende Bevölkerung wurde ab dem 18. Jahrhundert kolonialisiert und vermischte sich mit den skandinavischen Kolonialangestellten. Während in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeitweise knapp ein Fünftel der Bevölkerung aus dänischen Arbeitsmigranten bestanden, ist diese Zahl später wieder gesunken; seit den 2010er und vor allem den 2020er Jahren macht sich stattdessen eine wachsende Zahl asiatischer Arbeitsmigranten in der Bevölkerungsstatistik bemerkbar.

Durch die Verbesserung der Lebensbedingungen vervielfachte sich die Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert. Ab den 1970er Jahren flachte das Wachstum jedoch durch zeitweise [[Zwangsverhütung|zwangsverhütende]] Maßnahmen ab. Seither hält sie sich konstant bei etwa 55.000 Personen – soziale Probleme führen zu vielen Todesfällen sowie Auswanderungen. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Bevölkerungsstruktur in Grönland in den kommenden Jahren vor allem durch [[Überalterung]] zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen führen wird.

Während in der Kolonialzeit lange die Verteilung der Bevölkerung auf möglichst viele Orte erwünscht war, führten wirtschaftliche Gründe von den 1930er bis zu den 1970er Jahren zu einer politisch erwünschten fortwährenden Zentralisierung. Fehlende Investitionen und Arbeitsplätze in den Dörfern und kleineren Städten führen aber auch heute noch zu starken [[Urbanisierung]]stendenzen, die sich in der Konzentration der Bevölkerung auf maximal fünf Städte zeigen.

== Siedlungsgeschichte und ethnische Zusammensetzung ==
{{Hauptartikel|Geschichte Grönlands}}
Grönland wurde erstmals im 3. Jahrtausend v. Chr. von einem [[Eskimo]]volk bevölkert. Verschiedene Kulturen folgten dabei aufeinander, wobei Grönland aber auch häufig Jahrhunderte lang unbewohnt war. Um das 10. Jahrhundert wurde Grönland erstmals von [[Wikinger]]n gesichtet und ab 985 wurde das Land von [[Erik der Rote|Erik dem Roten]] kolonisiert. Die von ihm angeführten Siedler und ihre Nachkommen, die [[Grænlendingar]], lebten bis zum 15. Jahrhundert in Grönland, bevor sie unter nicht gänzlich geklärten Umständen wieder verschwanden. Kurz nach den Grænlendingar erreichte die aus [[Inuit]] bestehende [[Thule-Kultur]] Grönland von [[Alaska]] aus und besiedelte in den folgenden Jahrhunderten [[Kitaa|West-]] und [[Tunu|Ostgrönland]], wo aus den Inuit der Westküste die [[Kitaamiut]] und aus denen der Ostküste die [[Tunumiit]] hervorgingen. Beide Gruppen trafen im 16. Jahrhundert in Südgrönland wieder aufeinander und vermischten sich dort.<ref name="ajhg">{{Literatur |Autor=Ida Moltke, Matteo Fumagalli, Thorfinn S. Korneliussen, Jacob E. Crawford, Peter Bjerregaard, Marit E. Jørgensen, Niels Grarup, [[Hans Christian Gulløv]], Allan Linneberg, Oluf Pedersen, Torben Hansen, Rasmus Nielsen, Anders Albrechtsen |Titel=Uncovering the Genetic History of the Present-Day Greenlandic Population |Hrsg=American Society of Human Genetics ASHG |Sammelwerk=[[The American Journal of Human Genetics]] |Band=96 |Nummer=1 |Datum=2015-01 |DOI=10.1016/j.ajhg.2014.11.012 |PMC=4289681 |PMID=25557782 |Seiten=54–69}}</ref> Im 16. Jahrhundert kamen erstmals wieder Europäer nach Grönland, nämlich vorzugsweise englische [[Entdecker]]. Ihnen folgten ab dem 17. Jahrhundert [[Walfänger]], die hauptsächlich aus den [[Niederlande]]n, aus [[England]] und [[Frieslande|Friesland]] stammten.<ref name="cb">{{Literatur |Titel=The genetic history of Greenlandic-European contact |Autor=Ryan K. Waples, Aviaja L. Hauptmann, Inge Seiding, Emil Jørsboe, Marit E. Jørgensen, Niels Grarup, Mette K. Andersen, Christina V. L. Larsen, Peter Bjerregaard, Garrett Hellenthal, Torben Hansen, Anders Albrechtsen, Ida Moltke |Sammelwerk=[[Current Biology]] |Band=31 |Nummer=10 |Datum=2021 |Seiten=2214–2219 |DOI=10.1016/j.cub.2021.02.041}}</ref> Im 17. Jahrhundert kamen aus Kanada stammende Inuit in das zu diesem Zeitpunkt unbewohnte [[Avanersuaq|Nordgrönland]] und sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts von einer zweiten aus Kanada stammenden Bevölkerungswelle ergänzt.<ref name="ajhg"/> Ab 1721 wurde Westgrönland von [[Hans Egede]] für [[Dänemark-Norwegen]] kolonisiert, was die wichtigste Wende der grönländischen Siedlungsgeschichte darstellt. Es wurden im Laufe des 18. Jahrhunderts zahlreiche Kolonien an den Wohnplätzen der Kitaamiut gegründet und viele dänische und norwegische Kolonialisten zeugten Nachkommen mit grönländischen Frauen.<ref>{{Literatur |Titel=Colonial Categories of Rule – Mixed Marriages and Families in Greenland around 1800 |Autor=Inge Seiding |Sammelwerk=Kontur |Band=22 |Datum=2011 |Seiten=56–65 |Online=[https://kontur.au.dk/fileadmin/www.kontur.au.dk/Kontur_22/SEIDING_MOD1.pdf Online]}}</ref> Dennoch verblieb die Zahl von Europäern in Grönland vergleichsweise gering. Da Grönland im Gegensatz zu beispielsweise den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] als Kolonie kein Auswanderungsziel war, bestand die europäische Bevölkerung lediglich aus einer recht konstanten Zahl von Handels- und Missionsangestellten zwischen 250 und 400 Personen. Da die Zahl an Grönländern zeitgleich stieg, machten die Europäer 1840 noch etwa 3,1 % der Bevölkerung aus, 1938 aber nur noch 2,1 %.<ref>{{Literatur |Titel=Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000 |Autor=Jens Christian Madsen |Verlag=Atuagkat |Ort=Nuuk |Datum=2009 |ISBN=978-87-90133-76-4 |Seiten=232}}</ref> Um 1900 wurden auch Ost- und Nordgrönland von Dänemark kolonialisiert. Mit der Dekolonialisierung Grönlands in den 1950er Jahren und der damit einhergehenden Modernisierung im Zuge der [[G50-Politik]] wurde das Land für ausländische Arbeitskräfte geöffnet.<ref name="cb"/> Dadurch stieg die Zahl an Dänen rasant an. 1975 erreichte der Anteil der außerhalb Grönlands geborenen Einwohner mit 19 % sein Maximum und fiel bis Ende der 2010er Jahre auf rund 10 % ab, steigt aber seither wieder an, was dem Zuzug vor allem asiatischer [[Arbeitsmigrant]]en geschuldet ist.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/d579585d-1128-40e2-97ba-d49912c0faef Einwohnerzahlen 1901–2024 nach Geburtsland.] [[Grønlands Statistik]].</ref><ref>Jacob Judah: [https://www.ft.com/content/ae6f0468-ccf1-45ad-806f-343f8e0b3c13 The Asian migrant workers propping up Greenland’s economy.] [[Financial Times]] (19. Januar 2026).</ref>

[[Datei:Extent of European Ancestry at Different Locations in Greenland.png|mini|500px|Europäische Genanteile nach Ort]]
In Grönland werden keine Daten zur ethnischen Zusammensetzung ermittelt. Die drei ursprünglichen Inuitgruppen, [[Kitaamiut]], [[Tunumiit]] und [[Inughuit]] stammen aus den jeweiligen Landesteilen [[Kitaa]], [[Tunu]] und [[Avanersuaq]]. Aus den Zahlen der in Grönland geborenen Einwohner dieser Landesteile lässt sich eine ungefähre Einteilung der Bevölkerung in diese drei Gruppen schließen: Hiernach gehören 93,2 % den Kitaamiut an, 5,5 % den Tunumiut und 1,3 % den Inughuit.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/9c3ec825-2eb5-41cb-8d5e-5be174ee184f Einwohnerzahlen nach Distrikt und Geburtsland 2026.] [[Grønlands Statistik]].</ref> Obwohl bezeugt ist, dass es zu Kulturkontakten zwischen Inuit und Grænlendingar kam, wird nicht davon ausgegangen, dass sich beide Völker untereinander fortpflanzten, da archäologische und anthropologische Forschung hierfür keine Anhaltspunkte liefern. Eine genetische Untersuchung wird durch fehlendes präkoloniales Skelettmaterial erschwert sowie dadurch, dass die Grænlendingar genetisch den späteren Skandinaviern glichen, die sich ab der Kolonialzeit mit den Inuit vermischten.<ref name="ajhg"/><ref>{{Literatur |Autor=Niels Lynnerup |Titel=The Greenland Norse. A biological-anthropological study |Verlag=[[Kommission für Wissenschaftliche Untersuchungen in Grönland]] |Ort=Kopenhagen |Datum=1998 |Reihe=[[Meddelelser om Grønland]] – Men & Society |BandReihe=24 |ISBN=87-90369-24-6 |Seiten=121f |Online=[https://tidsskrift.dk/meddrgroenland_man_soc/article/view/146787/189976 Online]}}</ref> Eine früher vermutete stärkere Vermischung der Inuit mit Walfängern im 17. und 18. Jahrhundert ist durch genetische Untersuchungen zurückgewiesen worden.<ref name="cb"/> Durch die Vermischung mit den Kolonialangestellten haben heute rund 80 % der Grönländer europäische Genanteile. In großen Teilen Westgrönlands liegen die Werte bei deutlich über 95 %. Lediglich in [[Nuuk]] und Südgrönland sind die Werte geringer, da die Bevölkerung dort teilweise von den (grönländischen) Angehörigen der [[Herrnhuter Brüdergemeine]] abstammt, die im Gegensatz zu den Grönländern der Dänischen Mission keine Ehen mit Europäern eingehen durften. Im erst spät kolonialisierten Nordgrönland haben hingegen rund 45 % keine europäischen Genanteile, in Ostgrönland sogar rund 90 %. Durchschnittlich hat die indigene grönländische Bevölkerung einen europäischen Genanteil von rund 25 %.<ref name="ajhg"/> Diese europäischen Genanteile sind nahezu vollständig dänisch. Dazu kommen vor allem geringe Anteile norwegischer und schwedischer Geneinflüsse,<ref name="cb"/> welche vor allem im 18. Jahrhundert in Grönland tätig waren, bevor sie mit der Aufteilung Dänemark-Norwegens 1814 vollständig durch dänische Kolonialangestellte ersetzt wurden.

== Nationale Bevölkerungsentwicklung ==
Es ist weitestgehend unbekannt, wie viele Menschen Grönland vor der [[Kolonialisierung]] bewohnten. Im 18. Jahrhundert vermutete man, dass Grönland zwischen 10.000 und 30.000 Einwohner hätte. Diese Zahl war vermutlich viel zu hoch angesetzt und es ist davon auszugehen, dass zu Beginn der Kolonialzeit 1721 etwa 8.000 Menschen in Grönland lebten. Eine aus Europa importierte [[Pocken]][[epidemie]] und spätere Epidemien dezimierten die Bevölkerung stark, sodass 1805 nur rund 6.000 Einwohner gezählt wurden. Seitdem stieg die Einwohnerzahl stetig an und Ende des 19. Jahrhunderts überschritt Grönland die Zahl von 10.000 Einwohnern.<ref name="om">{{Literatur |Titel=Greenland’s demography, 1700-2000: The interplay of economic activities and religion |Autor=[[Ole Marquardt]] |Sammelwerk=Études/Inuit/Studies |Band=26 |Nummer=2 |Datum=2002 |Seiten=47–69 |DOI=10.7202/007645ar}}</ref> Ab 1901 führte man zehnjährliche Zensus durch, später fünfjährliche, seit 1961 wird die Bevölkerung jährlich gezählt, seit 2011 halbjährlich und seit 2017 vierteljährlich. In diesen ist zu erkennen, wie die Bevölkerungszahl erst mit durchschnittlichen Werten von 1 % pro Jahr stieg, bevor es nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zu einem rasanten Bevölkerungswachstum kam, das mit einem Bevölkerungszuwachs von 6,28 % von 1966 bis 1967 seinen Höhepunkt fand. Anschließend ging das Wachstum nach dieser etwa zwanzigjährigen Hochphase wieder massiv zurück. Für das Jahr 1978 kam es erstmals zu einer Bevölkerungsabnahme. Nach einer weiteren langsamen Zunahme begann die Einwohnerzahl ab den 1990er Jahren zu stagnieren. Das Jahr mit der höchsten gemessenen Einwohnerzahl des Landes war 2005, als 56.969 Personen in Grönland lebten. Seitdem hat sich die Bevölkerungszahl bei etwa 56.000 Personen eingependelt.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/be41f931-6f58-4bcd-9630-cdbcc658c7aa Einwohnerzahlen 1901–2024.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

Das starke Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt sich einerseits durch den Zuzug dänischer Arbeitskräfte, andererseits durch die Senkung der Sterblichkeitsrate erklären. Das anschließende Abflachen ist größtenteils durch den starken Rückgang der Fertilitätsrate, aber auch durch den Wegzug der Dänen zu erklären sowie der Abwanderung der grönländischen Bevölkerung, weswegen 2023 rund 17.000 in Grönland geborene Personen in Dänemark lebten, entsprechend einem Drittel der Bevölkerung Grönlands.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/c67aa6c7-8d3d-4a0f-bbf1-9d6d0491e5af Grönländer in Dänemark seit 2008.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

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|Titel=Bevölkerungsentwicklung von Grönland
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}}

== Geburten und Tode ==
Geburten- und Todeszahlen werden seit 1950 erfasst. 1951 lag die [[Geburtenrate]] bei 42,3 Geburten pro 1000 Einwohnern. 1964 war diese auf 48,6 gestiegen. Im Folgenden ging sie stark zurück und erreichte 1975 einen Wert von 16,5. Anschließend stieg sie wieder leicht an, geht aber seit den 1990er Jahren wieder zurück und betrug 2024 12,1 Geburten pro 1000 Einwohner. Einher mit der sinkenden Geburtenrate ging auch der starke Abfall der [[Fertilitätsrate]] grönländischer Frauen. Sie erreichte seit Beginn der Datenerfassung 1948 ihren Höhepunkt im Jahr 1961, als eine Frau durchschnittlich 7,3 Kinder gebar. Anschließend fiel die Zahl zwischen 1966 und 1974 von 7,0 auf 2,3 Kinder pro Frau. Ursache hierfür war die [[Spiralkampagne]], bei der über 4000 grönländischen Mädchen und Frauen ab 1966 unfreiwillig und häufig ohne Wissen [[Intrauterinpessar|Verhütungsspiralen]] eingesetzt wurden.<ref>Matias Røjle Bruun, Mariekathrine Poppel: [https://lex.dk/spiralsagen spiralsagen.] [[Danmarks Nationalleksikon]].</ref> Zum Vergleich gab es 1977 in Grönland rund 9200 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren, die hiervon betroffen gewesen sein konnten, was de facto zur mindestens zeitweisen Unfruchtbarkeit von knapp der Hälfte der weiblichen Bevölkerung führte.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/e507b5ad-cc6a-405d-8515-4b072b51e8cd Einwohnerzahl 1977 nach Alter.] [[Grønlands Statistik]].</ref> Seit den 1990er Jahren ist die Fertilitätsrate weiter rückläufig und fiel in den 2020er Jahren erstmals dauerhaft auf unter die für den Bevölkerungserhalt notwendige Rate von 2,1 Kindern pro Frau, liegt aber dennoch über nahezu allen Werten der Länder Nordamerikas und Europas (vgl. [[Liste der Länder nach Fertilitätsrate]]).

Die [[Sterberate]] hatte um 1900 noch bei rund 30 Todesfällen pro 1000 Einwohner gelegen, verbesserte sich aber anschließend durch bessere Lebensbedingungen, aber auch wegen einer Änderung der Wirtschaftsgrundlage von Kajakjagd zu Fischerei, wodurch die Zahl an im Kajak verunglückten Männern zurückging.<ref name="lch-ror">{{Literatur |Titel=Population, Sex Ratios and Development in Greenland |Autor=Lawrence C. Hamilton, Rasmus Ole Rasmussen |Sammelwerk=Arctic |Band=63 |Nummer=1 |Datum=2010-03 |Seiten=43–52 |JSTOR=40513368}}</ref><ref name="om"/> Eine hohe [[Kindersterblichkeit]] sowie hohe Sterbezahlen durch [[Tuberkulose]] hielten die Zahlen aber dennoch hoch und lag 1951 noch bei 23,3 Todesfällen pro 1000 Einwohner. Durch die Modernisierung Grönlands und vor allem den systematischen Einsatz gegen Tuberkulose sank die Sterberate bis 1960 auf 8,0 und erreichte 1970 ein Minimum von 6,1. Seitdem steigt sie wegen der Alterung der Bevölkerung wieder leicht an und lag 2024 bei 9,2 Todesfällen pro 1000 Einwohner. Die Sterberate Grönlands ist in der [[Liste der Länder nach Todesrate]] im europäischen Mittelfeld zu finden. Die [[Säuglingssterblichkeit]] lag 1951 noch bei 11,0 %,<ref>{{Literatur |Titel=Infant mortality in Greenland: secular trend and regional variation |Autor=Peter Bjerregaard, Jens Misfeldt |Sammelwerk=Arctic Medical Research |Band=51 |Nummer=3 |Datum=1992 |Seiten=126–135 |PMID=1503579}}</ref> fiel seitdem stark ab und liegt seit der Jahrtausendwende bei etwa 1 %.

Mit der sinkenden Sterberate erreichten mehr Grönländer das Erwachsenenalter, was die Geburtenrate erhöhte.<ref>{{Literatur |Titel=The urbanization and industrialization of Greenland as part of development |Autor=Amalie Jessen |Sammelwerk=Traditional occupations of indigenous and tribal peoples: Emerging trends |Verlag=[[Internationale Arbeitsorganisation]] |Ort=Genf |Datum=2000 |ISBN=9789221122586 |Seiten=194 |Online={{Google Buch |BuchID=_84Gg-o5BhYC |Seite=194}}}}</ref> Während des [[Babyboom]]s der 1960er Jahre erreichte der [[Geburtenüberschuss]] 1961 einen Höhepunkt von 40,8 mehr Geburten als Todesfällen pro 1000 Einwohner. Dieser Geburtenschuss ist durch den starken Abfall der Geburtenrate und den leichten Anstieg der Sterberate auf 2,9 im Jahr 2024 gesunken.

Die [[Lebenserwartung]] in Grönland ist vergleichsweise gering. Diese wurde für Neugeborene für 2024 mit 68,4 Jahren für Männer und 73,0 Jahren für Frauen berechnet.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/26ea69a7-b630-498b-a555-9827afbeeace Lebenserwartung seit 1999.] [[Grønlands Statistik]].</ref> Diese Werte liegen unter dem weltweiten Durchschnitt und entsprechen am ehesten denen von Ländern in Zentral- und Südostasien (vgl. [[Liste der Länder nach durchschnittlicher Lebenserwartung]]). Eine Ursache hierfür ist neben der weiterhin im Vergleich zu Europa hohen Säuglingssterblichkeit auch die [[Suizid in Grönland|grönländische Suizidrate]], die die aller unabhängigen Staaten der Welt um mindestens das doppelte überschreitet und zu überdurchschnittlich vielen Todesfällen bei jungen Personen führt.

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{{ChartDirekt
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{{ChartDirekt
|Titel=Todesfälle pro Tausend Einwohner nach Altersgruppe
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|y7Title=75+ Jahre
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|Quelle=Quellen: <ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/021b0fc2-d88e-458a-aa08-4116370543d9 Todesfälle nach Altersgruppe seit 1977.] [[Grønlands Statistik]].</ref><ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/a5440151-e98f-4344-8e1e-d58671243bc5 Bevölkerung nach Altersgruppe seit 1977.] [[Grønlands Statistik]].</ref>
}}

== Altersstruktur und Geschlechterverteilung ==
{|
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{{Alterspyramide
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| caption=Bevölkerungspyramide 2026
| 95+ | 5 | 7
| 90–94 | 11 | 26
| 85–89 | 75 | 102
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| 15–19 | 1775 | 1651
| 10–14 | 1948 | 1773
| 5–9 | 2084 | 1965
| 0–4 | 1835 | 1705
}}
|}

Die [[Bevölkerungspyramide]] Grönlands im Jahr 1977 zeigte gut den Entwicklungsstand und die Zusammensetzung der grönländischen Gesellschaft kurz nach dem Ende der Modernisierungsperiode. Eine sehr geringe Zahl an Senioren im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung mit der daraus entstehenden Pagodenform ist heutzutage typisch für die Altersstruktur von [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]]. Bei der mittelalten Bevölkerungsschicht war ein deutlicher Männerüberschuss deutlich, welcher durch den großen Anteil dänischer Arbeiter bestand, die sich immer noch im Land befanden. Die zahlenstärkste Bevölkerungsschicht war die der Jugendlichen, die während des Babybooms der 1960er Jahre geboren war. Durch den anschließenden raschen Abfall der Geburtenrate war anschließend ein starker Knick zu erkennen, wodurch die Alterspyramide in ihrer Gesamtheit am besten mit der Tannenbaumform beschreibbar war.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/92117ffd-1b21-4ce9-9fd8-2423a7abd534 Einwohnerzahl nach Altersgruppe und Geschlecht 1977.] [[Grønlands Statistik]].</ref><ref name="lch-ror"/> Noch 1970 waren 47,7 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt.<ref name="om"/>

In der heutigen Bevölkerungspyramide fünf Jahrzehnte später sind die Reste dieser Entwicklung noch zu erkennen. Die Babyboomergeneration befindet sich nun im Renteneintrittsalter, hat aber immer noch eine vergleichsweise geringe Zahl an Alten über sich. Die kleine in den 1970er Jahren geborene Generation ist weiterhin als Knick erkennbar. Die in den 1980er und 1990er Jahren geborene Kindergeneration sowie die um 2020 geborene Enkelgeneration ist ebenfalls als Peak zu erkennen. Grundsätzlich ist aber eine sinkende Geburtenrate zu erkennen, weswegen die Alterspyramide heute am Übergang von der Bienenstock- zur Zwiebelform steht, was mittelfristig zu einem Rückgang der Bevölkerungszahl führen wird.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/e82eadb1-c367-42ea-a8c1-0ea01bd044f6 Einwohnerzahl nach Altersgruppe und Geschlecht 2026.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

Das Erreichen eines Alters über 90 stellt bereits eine Seltenheit dar. 1977 lebten in ganz Grönland nur fünf Personen über 90 Jahre, davon kein Mann. Insgesamt waren bis Anfang 2025 nur drei Grönländerinnen und zwei Grönländer mit einem erreichten Alter von über 100 Jahren dokumentiert, erstmals von des Texters der grönländischen Nationalhymne [[Henrik Lund (Dichter)|Henrik Lunds]] Ehefrau Malene Lund (1877–1979) und zum zweiten Mal von des Komponisten der Nationalhymne [[Jonathan Petersen]]s Tochter Charlotte Petersen (1907–2008). Die älteste Grönländerin jemals ist aktuell Agnethe Fencker (1910–2013). Ältester grönländischer Mann ist Anthon Geisler (1919–2021) vor [[Jørgen Kleemann]] (1923–2023).<ref>Stefan Maglov: [https://longeviquest.com/2025/03/longevity-in-the-land-of-ice-greenlands-oldest-people/ Longevity in the Land of Ice: Greenland’s Oldest People.] LongeviQuest (1. März 2025).</ref><!-- Jens „Nuuki“ Nykjær (* 6. August 1925; † September 2025) starb wenige Wochen nach seinem 100. Geburtstag als sechster 100-Jähriger Grönlands. Kein genaues Sterbedatum und kein Beleg außerhalb von Facebook. -->

Auffällig ist zudem die geschlechtliche Ungleichverteilung: 52,6 % der Bevölkerung sind männlich. Dieser Wert nähert sich jedoch 50 % an und lag 1988 noch bei 54,5 %. Ursache hierfür sind wie bereits in den 1960er Jahren vor allem Ausländer, die zu zwei Dritteln männlich sind, wobei die Ungleichverteilung hier von 71 % im Jahr 1988 auf 63 % Männer im Jahr 2026 gesunken ist. Für die in Grönland geborene Bevölkerung ist das Ungleichgewicht deutlich geringer ausgeprägt und liegt relativ konstant bei 51 % Männern zu 49 % Frauen. 1901 hatte es noch einen großen Frauenüberschuss gegeben, da viele Männer damals bei der Jagd ums Leben kamen und verwitwete Frauen hinterließen.<ref name="om"/> Einher mit dem heutigen Männerüberschuss geht die Tatsache, dass zwischen 1993 und 2025 durchschnittlich 15 % mehr in Grönland geborene Frauen das Land verlassen haben als in Grönland geborene Männer.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/df13ceb9-bd93-467c-88d1-b211a9eeee75 Emigrationen (in Grönland Geborene) seit 1993.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

{{ChartDirekt
|Titel=Geschlechterverteilung (relativ)
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|y4Title=Frauen (in Grönland geboren)
|Breite=100%
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|Quelle=Quelle: <ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/6e5e722a-b46b-4364-8476-0bae301462a9 Einwohnerzahlen nach Geschlecht seit 1977.] [[Grønlands Statistik]].</ref>
}}

== Regionale Verteilung ==
[[Datei:Saarloq 3.JPG|mini|400px|Saarloq (2009) – ein überalterndes Dorf]]
[[Datei:Befolkningsudvikling i Grønland (1977–2026).png|300px|mini|Karte mit der Bevölkerungsentwicklung zwischen 1977 und 2026. Grün zeigt Bevölkerungswachstum, rot Bevölkerungsverlust. Die Kreisgröße ist proportional zur Einwohnerzahl von 2026.]]
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die regionale Verteilung der Bevölkerung seit 1977. Angegeben ist für jeden grönländischen Distrikt der Anteil an urbaner und ruraler Bevölkerung.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/77340681-f1bd-4387-9da4-f3f84dce99df Einwohnerzahlen nach Distrikt und Siedlungstyp 1977, 1987, 1997, 2007, 2017 und 2026.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

Mit Ausnahme des Distrikts Upernavik ist der Anteil an ruraler Bevölkerung mehr oder weniger stark gesunken. Im Gegenzug ist in neun Distrikten der Anteil an urbaner Bevölkerung gestiegen, während acht Distrikte auch in ihren Städten Einwohner verloren haben. Den größten Bevölkerungszuwachs verzeichnen [[Nuuk]] in Westgrönland und [[Tasiilaq]] in Ostgrönland, wo sich die Einwohnerzahl etwa verdoppelt hat. Den größten Bevölkerungsverlust unter den Städten hat [[Paamiut]] erlitten, wo knapp die Hälfte der Bevölkerung abgewandert ist. Neben rund 20 Dörfern, die seit 1977 aufgegeben worden sind, haben [[Kangerluk]] (−93,8 %), [[Qassimiut]] (−93,5 %), [[Ammassivik]] (−84,5 %), [[Arsuk]] (−79,6 %), [[Saarloq]] (−77,7 %), [[Alluitsup Paa]] (−76,6 %), [[Napasoq]] (−76,0 %), [[Isertoq]] (−75,5 %) und [[Narsarmijit]] (−75,2 %) mindestens drei Viertel ihrer Bevölkerung verloren. Nur wenige Dörfer konnten seither Einwohner dazugewinnen: [[Kullorsuaq]] (+ 109,7 %), [[Innaarsuit]] (+102,8 %), [[Ikerasaarsuk (Kangaatsiaq)|Ikerasaarsuk]] (+60,0 %), [[Naajaat]] (+51,7 %), [[Tasiusaq (Upernavik)|Tasiusaq]] (+ 50,0 %), [[Qeqertaq]] (+ 34,7 %), [[Upernavik Kujalleq]] (+ 29,0 %), [[Nuussuaq]] (+18,9 %), [[Aappilattoq (Upernavik)|Aappilattoq]] (+11,3 %), [[Atammik]] (+10,8 %) und [[Sermiligaaq]] (+1,3 %). Mit Ausnahme von Ikerasaarsuk, Qeqertaq, Atammik und Sermiligaaq liegen alle diese Dörfer im Distrikt Upernavik.<ref name="stat-ort7726">[https://bank.stat.gl:443/sq/2895740d-346d-4b9d-a494-a6f8641c41a2 Einwohnerzahlen nach Ort 1977 und 2026.] [[Grønlands Statistik]].</ref> Die beiden Diagramme zeigen die Umverteilung der Bevölkerung im Laufe der Zeit: Während 1977 noch nur rund ein Sechstel der Bevölkerung in Nuuk lebten und rund die Hälfte in den heute sechs größten Städten des Landes, sind es 2026 mehr als ein Drittel, die in Nuuk leben und mehr als zwei Drittel in den sechs größten Städten, während der Anteil der Dorfbevölkerung zugleich von einem Viertel auf etwa ein Neuntel gesunken ist.<ref name="stat-ort7726"/>
{{ChartDirekt
|type=pie
|x=Nuuk,Sisimiut,Ilulissat,Qaqortoq,Aasiaat,Maniitsoq,übrige Städte,Dörfer
|y=8545,3740,3572,2671,3347,2937,12399,12506
|Titel=Bevölkerungsverteilung 1977
|Breite=400px
|Ausrichtung=rechts
}}
{{ChartDirekt
|type=pie
|x=Nuuk,Sisimiut,Ilulissat,Qaqortoq,Aasiaat,Maniitsoq,übrige Städte,Dörfer
|y=20298,5455,5150,3081,2945,2528,10950,6333
|Titel=Bevölkerungsverteilung 2026
|Breite=400px
|Ausrichtung=rechts
}}
{| class="wikitable sortable" style="text-align:right"
|-
! Distrikt !! Raumordnung !! 1977 !! 1987 !! 1997 !! 2007 !! 2017 !! 2026 !! Änderung<br>(1977–2026)
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Qaanaaq]] || urban || 357 || 468 || 628 || 652 || 623 || 586 || +64,1 %
|-
| rural || 389	|| 326 || 242 || 194 || 132 || 98 || −74,8 %
|-
| Gesamt || 746 || 794 || 870 || 846 || 755 || 684 || −13,9 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Upernavik]] || urban || 855 || 921 || 1115 || 1157 || 1055 || 1096 || +28,2 %
|-
| rural || 1238 || 1308 || 1696 || 1796 || 1693 || 1498 || +21,0 %
|-
| Gesamt || 2093 || 2229 || 2811 || 2954 || 2748 || 2594 || +23,9 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Uummannaq]] || urban || 1155 || 1295 || 1489 || 1328 || 1255 || 1379 || +19,4 %
|-
| rural || 1229 || 1131 || 1271 || 1122 || 981 || 781 || −36,5 %
|-
| Gesamt || 2686 || 2583 || 2760 || 2450 || 2236 || 2160 || −19,6 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Ilulissat]] || urban || 3572 || 4135 || 4168 || 4512 || 4555 || 5150 || +44,2 %
|-
| rural || 410 || 387 || 466 || 484 || 353 || 363 || −11,5 %
|-
| Gesamt || 3982 || 4522 || 4634 || 4996 || 4908 || 5513 || +38,4 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Qasigiannguit]] || urban || 1647 || 1670 || 1498 || 1220 || 1127 || 945 || −42,6 %
|-
| rural || 109 || 108 || 102 || 71 || 56 || 84 || −22,9 %
|-
| Gesamt || 1756 || 1778 || 1600 || 1291 || 1183 || 1029 || −41,4 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Qeqertarsuaq]] || urban || 1003 || 1008 || 1085 || 1013 || 853 || 802 || −20,0 %
|-
| rural || 64 || 68 || 64 || 42 || 23 || 4 || −93,8 %
|-
| Gesamt || 1067 || 1076 || 1149 || 1055 || 876 || 806 || −24,5 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Aasiaat]] || urban || 3347 || 3231 || 3112 || 2977 || 3112 || 2945 || −12,0 %
|-
| rural || 319 || 293 || 248 || 212 || 147 || 117 || −63,3 %
|-
| Gesamt || 3666 || 3524 || 3360 || 3189 || 3259 || 3062 || −16,5 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Kangaatsiaq]] || urban || 397 || 479 || 690 || 669 || 536 || 469 || +18,1 %
|-
| rural || 773 || 784 || 875 || 794 || 646 || 516 || −33,2 %
|-
| Gesamt || 1191 || 1263 || 1565 || 1463 || 1182 || 985 || −17,3 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Sisimiut]] || urban || 3740 || 4716 || 5116 || 5344 || 5414 || 5455 || +45,9 %
|-
| rural || 904 || 734 || 621 || 796 || 682 || 567 || −37,3 %
|-
| Gesamt || 4644 || 5450 || 5737 || 6140 || 6096 || 6022 || +29,7 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Maniitsoq]] || urban || 2937 || 3068 || 3011 || 2842 || 2561 || 2528 || −13,9 %
|-
| rural || 973 || 924 || 874 || 703 || 582 || 557 || −42,8 %
|-
| Gesamt || 3910 || 3992 || 3885 || 3545 || 3143 || 3085 || −21,1 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Nuuk]] || urban || 8545 || 11209 || 12909 || 14719 || 17600 || 20298 || +137,5 %
|-
| rural || 484 || 440 || 385 || 323 || 248 || 207 || −57,2 %
|-
| Gesamt || 9032 || 11649 || 13300 || 15047 || 17851 || 20508 || +127,1 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Paamiut]] || urban || 2275 || 2265 || 1972 || 1753 || 1447 || 1205 || −47,0 %
|-
| rural || 413 || 346 || 250 || 153 || 83 || 69 || −83,3 %
|-
| Gesamt || 2688 || 2611 || 2222 || 1906 || 1530 || 1274 || −52,6 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Qaqortoq]] || urban || 2671 || 3034 || 3103 || 3241 || 3084 || 3081 || +15,4 %
|-
| rural || 427 || 334 || 317 || 198 || 121 || 101 || −76,3 %
|-
| Gesamt || 3153 || 3436 || 3475 || 3490 || 3251 || 3182 || +0,9 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Narsaq]] || urban || 1894 || 1786 || 1709 || 1691 || 1397 || 1241 || −34,5 %
|-
| rural || 287 || 267 || 286 || 239 || 197 || 239 || −16,7 %
|-
| Gesamt || 2285 || 2147 || 2081 || 2015 || 1659 || 1480 || −35,2 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Nanortalik]] || urban || 1396 || 1408 || 1541 || 1450 || 1244 || 1088 || −22,1 %
|-
| rural || 1352 || 1151 || 1005 || 783 || 511 || 333 || −75,4 %
|-
| Gesamt || 2861 || 2637 || 2590 || 2281 || 1782 || 1427 || −50,1 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Ammassalik]] || urban || 1023 || 1469 || 1724 || 1895 || 2010 || 1811 || +77,0 %
|-
| rural || 1529 || 1348 || 1219 || 1174 || 901 || 721 || −52,8 %
|-
| Gesamt || 2552 || 2817 || 2943 || 3069 || 2911 || 2532 || −0,8 %
|-
| rowspan="3"|[[Distrikt Ittoqqortoormiit]] || urban || 397 || 471 || 481 || 525 || 375 || 328 || −17,4 %
|-
| rural || 137 || 78 || 41 || 4 || 5 || 0 || −100 %
|-
| Gesamt || 562 || 558 || 529 || 530 || 383 || 329 || −41,5 %
|-
| rowspan="3"|Gesamt || urban || 37253 || 42662 || 45352 || 46999 || 48248 || 50407 || +35,3 %
|-
| rural || 11037 || 10027 || 9962 || 9088 || 7361 || 6255 || −43,3 %
|-
| Gesamt || 49717 || 53733 || 55971 || 56648 || 55860 || 56740 || +14,1 %
|}

== Migration ==
=== Im- und Emigration ===
Ein durch die deutlich höhere Geburten- als Sterberate erwartbarer Bevölkerungszuwachs findet in Grönland nicht statt. Das Land hat eine tendenzielle Bevölkerungsverminderung. Diese ist auf die hohen Emigrationszahlen zurückzuführen. Jedes Jahr verliert Grönland rund 400 im Land geborene Personen, während der Nettozuzug von Ausländern sich meist leicht im positiven Bereich befindet. 54 % der Immigranten zogen 2025 nach Nuuk, während 51 % der Emigranten aus Nuuk wegzogen.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/7c10b72b-c18c-4b0c-9f30-7d5daf5ce145 Im- und Emigration nach und aus Nuuk 2023.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

Die hohen Emigrationszahlen sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. In Grönland existieren nicht sehr viele höhere Ausbildungsmöglichkeiten, sodass zahlreiche universitäre Studiengänge nur in Dänemark wahrgenommen werden können. Vor allem junge Grönländer verlassen deswegen das Land. Ein bedeutender Teil der in Dänemark ausgebildeten Personen kehrt jedoch anschließend nicht mehr nach Grönland zurück, sodass es zu einem [[Brain Drain]] kommt, der in einem Mangel an Akademikern und der Abhängigkeit von dänischen Akademikern führt.<ref>{{Literatur |Titel=Brain Drain i en Grønlandsk kontekst |Autor=Carsten Petersen, Signe Gredal Christensen, Kim Moesgaard Iburg, Anne Clausen |Verlag=Departementet for Uddannelse og Forskning, [[Naalakkersuisut]] |Ort=Nuuk |Datum=2011-12 |Online=[https://projekter.aau.dk/projekter/files/239624519/DUF___Department_for_Uddannelse_og_Forskning_2011___Et_studie_af_Brain_Drain_i_en_Gronlandsk_kontekst.pdf Online]}}</ref> Einige Personen ziehen zudem nach Dänemark, um ihren Kindern oder Partnern eine bessere Bildung zu ermöglichen. Familiäre Beziehungen sind auch sonst ein bedeutender Faktor, da vor allem grönländische Frauen das Land Richtung Dänemark verlassen, wenn ihre Partner dänische Arbeitsmigranten sind, die nach Dänemark zurückkehren. Zahlreiche Alte verlassen Grönland aufgrund des für Senioren ungeeigneten Klimas und der Infrastruktur sowie der im Vergleich zu Dänemark deutlich schlechteren medizinischen Versorgung. Dänemark weist einen höheren [[Lebensstandard]] auf, vor allem auch dank geringerer [[Lebenshaltungskosten]]. Viele Grönländer, die nach Dänemark ziehen, kommen aus niederen sozialen Schichten und leiden unter [[Arbeitslosigkeit]], [[Armut]], [[Wohnraummangel]], [[Alkoholabhängigkeit]] oder sind Opfer von [[Gewaltkriminalität]] und erhoffen sich ein besseres Leben in Dänemark, was in den meisten Fällen nicht erfüllt wird. Aufgrund der engen Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark sind Migrationen jedoch seltener als dauerhafte [[Auswanderung]]en zu verstehen und zahlreiche Personen leben einige Jahre in Dänemark, bevor sie nach Grönland zurückkehren bzw. andersherum.<ref>{{Literatur |Titel=Inuit Outside the Arctic: Migration, Identity and Perceptions |Autor=Tekke Klaas Terpstra |Verlag=Rijksuniversiteit Groningen |Ort=Groningen |Datum=2015 |ISBN=9789491431876 |Seiten=87–124 |Reihe=Circumpolar Studies |BandReihe=10 |DOI=10.2307/j.ctt20d870j.1}}</ref>

{{ChartDirekt
|Titel=Im- und Emigration
|Definition=Template line population by year.chart
|x=1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999,2000,2001,2002,2003,2004,2005,2006,2007,2008,2009,2010,2011,2012,2013,2014,2015,2016,2017,2018,2019,2020,2021,2022,2023,2024,2025
|y1=2091,2119,2236,2414,2579,2419,2488,2794,2461,2126,2388,2482,2514,2404,2417,2536,2551,2491,2283,2191,2066,2148,2186,2451,2287,2316,2310,1911,1962,2040,2192,1988,2083
|y1Title=Immigrationen
|y2=2618,2473,2702,2897,2980,2934,2804,2888,2708,2414,2733,2718,2962,3048,2983,3175,2740,2651,2442,2900,2513,2733,2691,2763,2736,2514,2609,1953,2184,2389,2473,2472,2346
|y2Title=Emigrationen
|y3=-527,-354,-466,-483,-401,-515,-316,-94,-247,-288,-345,-236,-448,-644,-566,-639,-189,-160,-159,-709,-447,-585,-505,-312,-449,-198,-299,-42,-222,-349,-281,-484,-263
|y3Title=Differenz
|y4=-333,-308,-366,-419,-373,-419,-290,-148,-234,-356,-314,-188,-382,-466,-508,-645,-275,-276,-303,-615,-336,-449,-525,-360,-314,-266,-430,-167,-280,-528,-453,-447,-209
|y4Title=Differenz (in Grönland geboren)
|y5=-194,-46,-100,-64,-28,-96,-26,54,-13,68,-31,-48,-66,-178,-58,6,86,116,144,-94,-111,-136,20,48,-135,68,131,125,58,179,172,-37,-54
|y5Title=Differenz (nicht in Grönland geboren (+ unbekannt))
|Rahmen=1
|Breite=100%
|Quelle=Quellen: <ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/59a1660d-d26d-44fd-84de-795371f614f7 Im- und Emigration seit 1993.] [[Grønlands Statistik]].</ref><ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/e69c4434-f867-48f1-af3f-407d25bca302 Im- und Emigration seit 1993 nach Geburtsland.] [[Grønlands Statistik]].</ref>
}}

=== Binnenmigration ===
[[Datei:Nuuk - capital of Greenland - panoramio.jpg|mini|500px|Nuuk (2010) – Die Hauptstadt ist immer mehr das Ziel von Binnenmigration.]]
[[Datei:Sisimiut (4) (Kenny McFly).jpg|mini|500px|Sisimiut (2016) – Zweitgrößte Stadt und ein weiteres Ziel der Binnenmigration]]
Grönland besteht aus etwa 70 Siedlungen, welche in 18 Distrikte eingeteilt sind (einer davon ist mittlerweile verlassen), welche wiederum zu fünf Kommunen zusammengefasst werden. Dazu kommen zwei [[Gemeindefreies Gebiet|gemeindefreie Gebiete]]. Lediglich 12 Orte hatten am 1. Januar 2026 über Tausend Einwohner, 42 überschritten eine Bevölkerungszahl von Hundert Personen. Im Jahr 1977 verfügten 13 Orte über eine vierstellige Einwohnerzahl und 62 über eine mindestens dreistellige.<ref name="stat-ort7726"/>

Die grönländische Bevölkerung war traditionell [[halbnomadisch]] und war auch in der Kolonialzeit noch sehr mobil. Erst im frühen 20. Jahrhunderts wurde sie aufgrund der veränderten Wirtschaftsgrundlage [[sesshaft]]. 1901 gab es noch 196 bewohnte Siedlungen in Grönland und auch 1938 waren es noch 193.<ref>{{Literatur |Titel=Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000 |Autor=Jens Christian Madsen |Verlag=Atuagkat |Ort=Nuuk |Datum=2009 |ISBN=978-87-90133-76-4 |Seiten=231}}</ref> Im Zuge der [[G50-Politik]] und der anschließenden [[G60-Politik]] ging diese Zahl stark zurück. Es war ein politisches Ziel, kleine wirtschaftlich nicht rentable Siedlungen zu entvölkern anstatt in ihre Infrastruktur zu investieren. 1977 waren noch etwa 90 Siedlungen bewohnt, während es heute nur noch rund 70 sind.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/fd48729b-e1e8-45d5-ab2c-d516bcc4b17f Einwohnerzahlen 1977 und 2020 (alte Ortseinteilung).] [[Grønlands Statistik]].</ref> Mit der Einführung der [[Hjemmestyre (Grönland)|Hjemmestyre]] im Jahr 1979 endete die Zentralisierungspolitik offiziell. Aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen resultierte die Politik ab den späten 1980er Jahren jedoch weiterhin in einer fortschreitenden [[Urbanisierung]] zugunsten der größten Städte des Landes. Dazu gehören die Zentralisierung von Arbeitsplätzen der Fischereiindustrie, die Abschaffung des Einheitspreissystems, wodurch die Lebenshaltungskosten in den Dörfern steigen, sowie die Verwaltungsreform von 2009, durch die administrative Arbeitsplätze in den kleineren Städten verschwanden. Dadurch verbleiben in den Dörfern und kleineren Städten nur wenige Arbeitsplätze, meist in der Schule, im Kindergarten, Altenheim, Laden oder in der Ver- und Entsorgung. Dazu kommt, dass Jagd und Fischerei wegen der Industrialisierung weniger rentabel bzw. die Ressourcen für die große Anzahl an Bewohnern zu knapp sind, sodass sich dieser frühere Haupterwerb ebenfalls im Niedergang befindet. Darüber hinaus ist [[Pendler|Pendeln]] aufgrund der großen Abstände nicht möglich, sodass viele Dorfbewohner in der Arbeitslosigkeit enden. Da jedoch auch in den Städten keine Arbeitsplätze für die Dorfbevölkerung vorhanden sind, schloss der Raumplanungsexperte Kåre Hendriksen 2014, dass es keine politische Grundlage für eine gewünschte Urbanisierung gibt, es aber an politischen Maßnahmen zugunsten der Entwicklung peripherer Siedlungen fehlt.<ref>{{Literatur |Titel=Driving forces in the Greenlandic urbanization |Autor=Kåre Hendriksen |Sammelwerk=Proceedings of Artek Event 2014 |Datum=2014 |Online=[https://backend.orbit.dtu.dk/ws/portalfiles/portal/102242352/Driving_forces_in_the_Greenlandic_urbanization.pdf Online]}}</ref>

Migrationstendenzen erfolgen üblicherweise von den Dörfern in die Städte, von dort nach Nuuk und von dort nach Dänemark. Dies zeigt sich auch darin, dass lediglich der [[Distrikt Nuuk]] dauerhaft eine positive Binnennettomigrationszahl aufweist.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/efe57036-6cdc-4aee-984a-e91c2296e81b Binnenmigration nach Distrikt seit 1993.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

=== Nationalitäten ===
Da Grönländer ebenfalls die dänische Staatsbürgerschaft besitzen, werden Dänen statistisch nicht als Ausländer aufgefasst. 2026 hatten rund 95,0 % der Bevölkerung die dänische Staatsbürgerschaft. Eine Studie von 2018/19 hat ergeben, dass sich 98 % der in Grönland geborenen Menschen als Grönländer identifizieren sowie 38 % der außerhalb Grönlands geborenen, da viele Grönländer in Dänemark geboren werden. Daraus ließ sich schließen, dass 51.300 Personen in Grönland zu diesem Zeitpunkt Grönländer waren, während die übrigen 3.600 der rund 54.900 dänischen Staatsbürger zu diesem Zeitpunkt Dänen waren. 2026 war die Zahl der in Grönland geborenen auf rund 49.700 gefallen und die der dänischen Staatsbürger auf rund 53.900, während die Zahl an Ausländern von 1.000 auf 2.800 gestiegen war. Daraus lässt sich bei selber Methodik ableiten, dass – unter Einbeziehung der gestiegenen Ausländerzahl – 50.650 Personen in Grönland Grönländer sind und 3.250 Dänen. Dadurch sind im Jahr 2026 89,3 % der Bevölkerung Grönländer, 5,7 % Dänen und die 5,0 % ohne dänische Staatsbürgerschaft, davon 3,3 % Philippiner, Thailänder und Sri-Lanker, die somit über zwei Drittel der Ausländer in Grönland ausmachen.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/d4416929-142d-4cd5-bf6f-3bb2b46c6266 Staatsbürgerschaften 1977, 1987, 1997, 2007, 2017 und 2026.] [[Grønlands Statistik]].</ref><ref>{{Literatur |Autor=T. Kue Young, Peter Bjerregaard |Titel=Towards estimating the indigenous population in circumpolar regions |Sammelwerk=International Journal of Circumpolar Health |Band=78 |Nummer=1 |Datum=2019 |Seiten=5–7 |DOI=10.1080/22423982.2019.1653749 |PMID=31438808}}</ref> Die meisten der Ausländer leben in Nuuk, wo sie 7,8 % der Bevölkerung ausmachen, darunter 3,8 % Philippiner und 1,3 % Thailänder.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/eda3c46c-df83-4a46-9bdb-a8e3d5227d0c Staatsbürgerschaften in Nuuk 2026.] [[Grønlands Statistik]].</ref> Der Anteil der Bevölkerung, der außerhalb Grönlands geboren wurde, war lange rückläufig, steigt seit etwa 2018 aber wieder an, was vor allem dem Zuzug durch die asiatischen Arbeitsmigranten geschuldet ist. 2026 lag der Anteil bei 12,4 %.<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/58a13760-3c32-4f98-98b4-87b7f1fca0ac Einwohnerzahl nach Geburtsland seit 1977.] [[Grønlands Statistik]].</ref>

Die folgende Tabelle enthält alle Staatsbürgerschaften, die in den untersuchten Jahren mindestens einmal zehn Vertreter hatten.

{| class="wikitable sortable"
|-
! Staatsbürgerschaft !! 1977 !! 1987 !! 1997 !! 2007 !! 2017 !! 2026 !! Anteil 2026
|-
| {{DNK}} || 49357 || 53262 || 55571 || 56146 || 54844 || 53911 || 95,01 %
|-
| {{PHI}} || 0 || 0 || 8 || 14 || 202 || 1341 || 2,36 %
|-
| {{THA}} || 1 || 1 || 25 || 75 || 161 || 428 || 0,75 %
|-
| {{LKA}} || 0 || 0 || 0 || 4 || 1 || 132 || 0,23 %
|-
| {{ISL}} || 13 || 40 || 73 || 50 || 162 || 117 || 0,21 %
|-
| {{SWE}} || 102 || 176 || 84 || 76 || 95 || 88 || 0,16 %
|-
| {{POL}} || 0 || 1 || 2 || 22 || 41 || 80 || 0,14 %
|-
| {{CHN}} || 0 || 0 || 0 || 8 || 10 || 65 || 0,11 %
|-
| {{NOR}} || 141 || 109 || 80 || 55 || 66 || 61 || 0,11 %
|-
| {{DEU}} || 14 || 21 || 15 || 42 || 47 || 53 || 0,09 %
|-
| {{USA}} || 12 || 31 || 19 || 19 || 36 || 42 || 0,07 %
|-
| {{FRA}} || 9 || 10 || 12 || 14 || 13 || 27 || 0,05 %
|-
| {{GBR}} || 0 || 33 || 18 || 14 || 14 || 23 || 0,04 %
|-
| {{VIE}} || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 23 || 0,04 %
|-
| {{ESP}} || 5 || 0 || 4 || 1 || 6 || 19 || 0,03 %
|-
| {{ITA}} || 1 || 1 || 4 || 5 || 7 || 17 || 0,03 %
|-
| {{POR}} || 0 || 1 || 1 || 0 || 0 || 17 || 0,03 %
|-
| {{CAN}} || 7 || 7 || 7 || 11 || 14 || 16 || 0,03 %
|-
| {{RUS}} || 0 || 0 || 2 || 5 || 6 || 16 || 0,03 %
|-
| {{FIN}} || 8 || 12 || 8 || 7 || 20 || 15 || 0,03 %
|-
| {{LTU}} || 0 || 0 || 0 || 3 || 5 || 13 || 0,02 %
|-
| {{ROM}} || 0 || 0 || 1 || 8 || 13 || 12 || 0,02 %
|-
| {{CHE}} || 1 || 3 || 3 || 7 || 1 || 12 || 0,02 %
|-
| {{BUL}} || 0 || 0 || 1 || 5 || 14 || 9 || 0,01 %
|-
| Übriges Europa || 11 || 7 || 16 || 19 || 31 || 32 || 0,06 %
|-
| Übriges Amerika || 0 || 3 || 7 || 7 || 15 || 59 || 0,10 %
|-
| Übriges Asien || 3 || 8 || 6 || 22 || 16 || 66 || 0,12 %
|-
| Australien und Ozeanien || 0 || 1 || 1 || 3 || 3 || 2 || 0,00 %
|-
| Afrika || 0 || 1 || 2 || 2 || 14 || 36 || 0,06 %
|-
| Unbekannt || 32 || 5 || 1 || 3 || 3 || 6 || 0,01 %
|}

== Prognosen ==
Seit mindestens 2012 werden regelmäßig Bevölkerungsprognosen erstellt, die im Laufe der Jahre großen Schwankungen unterworfen waren. In der Hauptalternative wurden für 2030, 2040 und 2050 folgende Einwohnerzahlen prognostiziert:<ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/a6013283-1394-4d1d-a26f-3f9d5f119f5c Bevölkerungsprognosen (2030, 2040, 2050) nach Altersgruppe ab 2012.] [[Grønlands Statistik]].</ref><ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/81c6a821-86de-4fc2-85f1-6b994350471a Bevölkerungsprognosen (2030, 2040, 2050) nach Geburtsland ab 2012.] [[Grønlands Statistik]].</ref>
{| class="wikitable"
! rowspan="2"|Prognosejahr !! colspan="3"|Einwohnerzahl !! colspan="3"|Anteil im Ausland geboren !! colspan="3"|Anteil im erwerbsfähigen Alter (17 bis 64)
|-
! 2030 !! 2040 !! 2050 !! 2030 !! 2040 !! 2050 !! 2030 !! 2040 !! 2050
|-
| 2012 || 56.332 || 55.386 || — || 12,8 % || 14,8 % || — || 63,2 % || 62,4 % || —
|-
| 2013 || 55.208 || 53.856 || — || 11,8 % || 13,3 % || — || 63,3 % || 62,3 % || —
|-
| 2014 || 54.824 || 53.354 || — || 11,4 % || 12,8 % || — || 63,4 % || 62,3 % || —
|-
| 2015 || 53.646 || 51.853 || — || 11,9 % || 13,8 % || — || 64,6 % || 64,4 % || —
|-
| 2016 || 54.251 || 52.608 || — || 11,0 % || 12,2 % || — || 63,3 % || 62,0 % || —
|-
| 2017 || 53.994 || 52.206 || — || 10,6 % || 11,8 % || — || 63,5 % || 62,4 % || —
|-
| 2018 || 53.868 || 50.638 || 47.443 || 10,1 % || 10,3 % || 11,2 % || 62,5 % || 62,5 % || 62,8 %
|-
| 2019 || 54.222 || 51.266 || 48.279 || 9,1 % || 8,6 % || 8,6 % || 63,7 % || 64,2 % || 64,7 %
|-
| 2020 || 54.453 || 51.393 || 48.393 || 9,6 % || 9,0 % || 9,1 % || 63,4 % || 64,0 % || 64,5 %
|-
| 2024 || 54.611 || 50.148 || 45.669 || 12,3 % || 13,4 % || 14,8 % || 64,1 % || 64,7 % || 65,8 %
|-
| 2025 || 54.833 || 50.466 || 46.062 || 12,4 % || 13,5 % || 14,8 % || 64,1 % || 64,5 % || 65,7 %
|-
| 2026 || 55.938 || 53.104 || 49.932 || 12,5 % || 13,2 % || 14,1 % || 64,5 % || 65,2 % || 66,6 %
|}

Es wird allgemein mit einem Sinken der Einwohnerzahl um 12 % (2026) bis 20 % (2024) zwischen 2026 und 2050 gerechnet. In der neuesten Prognose von 2026 geht man davon aus, dass die Bevölkerungszahl bis 2050 auf 49.932 Einwohner sinken wird. Einen großen Einfluss wird hier die wachsende Sterberate haben, wenn die Jahrgänge des Babybooms der 1960er Jahre ihr Lebensende erreichen. In neueren Statistiken wird mit einer deutlich höheren Ausländerquote gerechnet. Je nach Prognose wird der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von heute 66 % abfallen, 2034 mit rund 63 % sein Minimum erreichen und anschließend durch die steigenden Sterbezahlen der geburtenstarken Jahrgänge bis 2050 wieder auf etwa 67 % ansteigen. Gemäß der Prognose von 2026 ist mit folgenden Entwicklungen zu rechnen:

{{ChartDirekt
|Titel=Bevölkerungsprognose von 2026
|Definition=Template line population by year.chart
|x=2027,2028,2029,2030,2031,2032,2033,2034,2035,2036,2037,2038,2039,2040,2041,2042,2043,2044,2045,2046,2047,2048,2049,2050
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|Quelle=Quelle: <ref>[https://bank.stat.gl:443/sq/6d2ceb92-646f-4f92-82ae-50a94af5f280 Bevölkerungsprognose 2026.] [[Grønlands Statistik]].</ref>
}}

== Weblinks ==
{{Commonscat|Demographics of Greenland|Demografie Grönlands}}

== Einzelnachweise ==
<references responsive/>

{{Lesenswert|28. September 2026|270586031}}

[[Kategorie:Gesellschaft (Grönland)]]
[[Kategorie:Demografie (Königreich Dänemark)|Gronland]]